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Zentrale Abschlüsse
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Latein 2011 - 2013

1.   Hinweise zur Art und Bearbeitung der Aufgaben für das Abitur 2011 - 2013

1.1 Aufgabenzahl und -auswahl

Der Fachlehrkraft werden zwei Aufgaben zu unterschiedlichen Schwerpunktthemen zur Auswahl vorgelegt.
Die Abiturientinnen und Abiturient erhalten eine Prüfungsaufgabe zur Bearbeitung. Falls eine kreativ-produktive Aufgabe zu bearbeiten ist, werden den Abiturientinnen und Abiturienten einzelne Aufgaben zur Wahl gestellt.

1.2 Aufgabenart

Die schriftliche Abiturprüfung besteht aus einer Klausur mit einem Übersetzungs- und einem Aufgabenteil. Die Übersetzung beansprucht in der Regel zwei Drittel, die Bearbeitung des Aufgabenteils ein Drittel der verfügbaren Arbeitszeit.
(Anm: Hilfen zur Formulierung kompetenzorientierter Aufgaben finden sich in den Handreichungen zur Leistungsmessung des IQSH und des MBF (2005), Anlage 4.6. (S.45).
Besonders gelungene Beispiele für den Aufgabenteil aus den Abiturprüfungen 2006 und 2007 sind im Fächerportal des IQSH veröffentlicht.)

1.3 Bearbeitungszeit und Vorbereitungszeit
Die Bearbeitungszeit beträgt 300 Minuten.

1.4 Hilfsmittel
lateinisch-deutsches Wörterbuch

2.   Themenkorridore 2011 - 2013
Die Arbeit an den vorgegebenen Schwerpunktthemen umfasst in der Regel nicht mehr als zwei Drittel der zur Verfügung stehenden Zeit eines Halbjahres.

2. 1  Themenkorridor 2011

2.1.1 „Der Mensch und die Götter“
Autor/Textgrundlage:
Ovid: Metamorphosen

Lehrplanbezug: Themenbereich 4.4.1:
Erleben und Dichten: Welterfahrung in poetischer Gestaltung

Die Behandlung entsprechender Textauszüge soll sich an folgenden leitenden Gesichtspunkten orientieren:

  • Das Bild von den Göttern in den Metamorphosen
  • Das epikureische und christliche Verständnis von Gott und den Göttern
  • Ovids Erzählkunst
  • Mythenrezeption in Geschichte und Gegenwart

2.1.2 „Freiheit und Moral“

Autor/Textgrundlage:
Cicero: Textausschnitte aus Ciceros philosophischen Schriften

Lehrplanbezug: Themenbereich 4.4.3:
Anpassung und Widerstand: Leben in der Gesellschaft

Die Behandlung entsprechender Textauszüge soll sich an folgenden leitenden Gesichtspunkten orientieren:

  • Ciceros Ethik in Politik und persönlicher Lebensführung
  • Ethische Prinzipien der Stoa, Epikurs und eines Philosophen der Neuzeit
  • Die Beziehung zwischen Werk und Biographie Ciceros
  • Sprach- und Argumentationsstil Ciceros

2. 2  Themenkorridor 2012

2.2.1 „Liebe ohne Leidenschaft,  Leidenschaft ohne Liebe?“

Autor/Textgrundlage:
Catull: Carmina; Ovid: Amores

Lehrplanbezug: Themenbereich 4.4.1:

Erleben und Dichten: Welterfahrung in poetischer Gestaltung

Die Behandlung entsprechender Textauszüge soll sich an folgenden leitenden Gesichtspunkten orientieren:

  • Das Verständnis von Liebe in Texten Catulls und Ovids, auch des Mittelalters
  • Einordnung der Werke in ihren zeitgeschichtlichen Zusammenhang
  • Stilmerkmale poetischen Schreibens bei den gelesenen Autoren
2.2.2 „Ist Philosophie überflüssig?“

Autor/Textgrundlage:
Seneca: Epistulae morales

Lehrplanbezug: Themenbereich 4.4.4:
Glaube und Vernunft: Mythos, Religion und Philosophie

Die Behandlung entsprechender Texte soll sich an folgenden leitenden Gesichtspunkten orientieren:
    • Die Bedeutung der Philosophie bei Seneca
    • Die Erörterung des Themas auf der Grundlage eines Textes eines griechischen Philosophen  und eines Philosophen der Neuzeit.
    • Sprache und Form von Senecas Briefliteratur
    • Der Zusammenhang zwischen Leben und Philosophie am Beispiel von Senecas Biographie.

2.3 Themenkorridor 2013

2.3.1 „Feinde und Feindbilder“

Autor/Textgrundlage:
Cicero: In Catilinam
Lehrplanbezug: Themenbereich 4.4.2:
Erinnern und Gestalten: Geschichte und Politik

Die Behandlung entsprechender Textauszüge soll sich an folgenden leitenden Gesichtspunkten orientieren:

  • Inhaltlicher und stilistischer Vergleich mit ausgewählten Textstellen aus Sallusts ‚De coniuratione Catilinae’
  • Der Zusammenhang zwischen Ciceros Kampf gegen Catilina und seiner eigenen biographischen Situation
  • Die Einordnung von Ciceros Rede in die politische Entwicklung der römischen Republik des 1. Jahrhunderts v.Chr.

2.3. 2 „Der Einzelne und die Gesellschaft“

Autor/Textgrundlage:
Plinius: Epistulae
Lehrplanbezug: Themenbereich 4.4.3:
Anpassung und Widerstand: Leben in der Gesellschaft

Die Behandlung entsprechender Textauszüge soll sich an folgenden leitenden Gesichtspunkten orientieren:

  • Lebensform eines privilegierten Römers in der Kaiserzeit des 1.und 2. Jhd. n.Chr.
  • Plinius’ Werteorientierung in seinem Denken und seinem politischen Handeln
  • Stilvergleich antiker Briefautoren:
    Cicero- Seneca-Plinius

Anhang: Liste der zu erwartenden Arbeitsaufträge (Operatoren)
(Liste laut EPA Latein i.d.F. vom 10.02.2005, S. 55 f.)

    Operatoren

    Definitionen

    AB

    Nennen

    definierte Begriffe/Phänomene (er)kennen und knapp und präzise wiedergeben

    I

    Benennen

    Sachverhalte/Inhalte mit einem Begriff versehen

    I - II

    Zusammenstellen

    Begriffe/Elemente nach vorgegebenen oder selbst erarbeiteten Gesichtspunkten sammeln

    I - II

    Ordnen

    Begriffe/Elemente nach vorgegebenen oder selbst erarbeiteten übergeordneten Gesichtspunkten systematisieren

    I - II

    Beschreiben

    einen Sachverhalt/einen Zusammenhang in eigenen Worten darlegen

    I - II

    Darstellen

    einen Sachverhalt/einen Zusammenhang strukturiert wiedergeben

    I - II

    Einordnen

    einen Sachverhalt/eine Aussage mit erläuternden Hinweisen in einen Zusammenhang einfügen

    I - II

    Zusammenfassen

    wesentliche Aussagen komprimiert und strukturiert wiedergeben

    I - II

    Belegen

    (vorgegebene oder selbst aufgestellte) Behauptun­gen/Aussagen durch Textstellen nachweisen

    II

    Erklären

    einen Sachverhalt in einen Zusammenhang (z.B. Regel, Modell, Kontext) einordnen und die bestehen­den inneren Beziehungen darlegen/begründen

    II

    Gliedern

    einen Text (ev. mit sprachlicher/formaler/ inhaltlicher Begründung) in Sinnabschnitte einteilen und diesen Abschnitten jeweils eine zusammenfassende Über­schrift geben

    II

    Herausarbeiten

    in den Aussagen eines Textes einen bestimmten Sachverhalt erkennen und darstellen

    II

    Charakterisieren

    Sachverhalte und Personen in ihren Eigenarten beschreiben und diese dann unter einem bestimmten Gesichtspunkt zusammenführen

    II

    Paraphrasieren/
    Paraphrase geben

    mit eigenen Worten den Textinhalt unter Wahrung der Informationsreihenfolge wiedergeben

    II

    Metrisch analysieren

    einen Vers mit Symbolen für kurze und lange Silben sowie für Zäsuren darstellen

    II

    Gestalten/
    Entwerfen

    Aufgaben auf der Grundlage von Textkenntnissen und Sachwissen gestaltend interpretieren

    II - III

    Definieren

    den Inhalt eines Begriffes so knapp und präzise wie möglich erklären

    II - III

    Erläutern

    wie Erklären, aber durch zusätzliche Informationen (ev. durch Beispiele, Belege, Begründungen) nachvollziehbar verdeutlichen

    II - III

    Begründen

    einen Sachverhalt/eine Aussage durch nachvollzieh­bare Argumente stützen

    II - III

    Deuten

    eine Textaussage durch Verknüpfen von Textstellen mit außertextlichem Bezugsmaterial verständlich machen

    II - III

    Nachweisen/
    Zeigen

    einen Sachverhalt/eine Aussage durch eigene Untersuchungen am Text bestätigen

    II - III

    Stellung nehmen/
    Bewerten

    unter Heranziehung von Kenntnissen (über Autor, Sachverhalt, Kontext) eine eigene begründete Position vertreten

    II - III

    Untersuchen/
    Analysieren

    unter gezielten Fragestellungen sprachliche, inhaltliche und/oder strukturelle Merkmale eines Textes herausarbeiten und im Zusammenhang darstellen

    II - III

    Vergleichen

    nach vorgegebenen oder selbst gewählten Gesichts­punkten Gemeinsamkeiten, Ähnlichkeiten und Unterschiede ermitteln und darstellen

    II - III

    Erörtern

    eine These/Problemstellung in Form einer Gegen­über­stellung von Argumenten und Gegenargumen­ten untersuchen und mit einer begründeten Stellung­nahme bewerten

    III

    Interpretieren

    auf der Basis methodisch reflektierten und sachan­ge­mes­senen Deutens von textimmanenten und ggf. textexternen Elementen und Strukturen die Gesamt­deutung eines Textes bzw. Textteils selbstständig erarbeiten und ein komplexes Textverständnis nachvollziehbar darbieten

    III

    Übersetzen

    einen Text vollständig, zielsprachenorientiert und unter Berücksichtigung des historischen Hinter­grundes sowie der Intention des Autors im Deutschen wiedergeben

    III

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